Schadstoffprofil: Schimmelpilze

Eigenschaften

  • Sammelbezeichnung für zahlreiche mikroskopisch kleine Pilze aus verschiedenen systematischen Gruppen, die als Saprophyten, Gelegenheits-parasiten oder Parasiten tote oder lebende Tiere und Pflanzen oder sonstige organische Materialien mit Schimmel überziehen.
  • staub- oder mehlartiger, flockiger oder rasiger, meist weißer oder bläulicher bis grünlicher Überzug
  • in der Regel gute Flugeigenschaften
  • benötigt zum Wachstum Feuchtigkeit und organisches Material
  • Bildung von relevanten Stoffwechselprodukten wie z. B. Schimmelpilzgifte (Mikotoxine)
  • wirtschaftliche Bedeutung als Lieferant von Antibiotika, Enzymen und organischen Säuren sowie bei der Käseproduktion

Vorkommen
im Gebäude

  • Bildung bei baulichen Mängeln wie Feuchteschäden, Wärmebrücken
  • Bildung bei fehlerhaftem Nutzerverhalten wie falschem oder unzureichendem Lüften
  • Bildung auf fast allen Oberflächen wie
  • Putz, Estrich, Gipskarton, Holz, Tapete, Textilien, Papier
  • Lebensmittel
  • Pflanzen und Erde
  • Hausstaub

Gesundheitliche Wirkung

  • Allergien (allergischer Schnupfen, bronchiales Asthma, allergische Konjunktivitis
    Symptome: Juckreiz, Bindehautrötung, Fliesschnupfen, Quaddeln, Atemnot
  • Toxische Wirkung
    Symptome: Ausschlag, Juckreiz, Nasenbluten, Husten, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme, Schwindel, Übelkeit, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit
  • Infektionen
  • Mykosen

Grenz- bzw.
Richtwerte

Innenraumquelle unwahrscheinlich (Vergleich zur Außenluft) wenn:

  • Konzentration einer typischen Außenluftgattung im Innenraum < Außenluftkonzentration x 0,7 (+0,3)
  • Differenz der untypischen Außenluftspezies im Innenraum < 150 KBE/m³ zur Außenluft
  • Differenz einer Art untypischen Außenluftspezies im Innenraum < 50 KBE/m³ zur Außenluft

Rechtliche
Grundlagen/
Vorschriften

  • TRGS 907
  • TRBA 460
  • Biostoffverordnung
  • „Schimmelpilzleitfaden“
  • VDI Richtlinie 4300 Blatt 10 Entwurf

Beurteilungs-
grundlage

Luftmessungen, Material- und Staubproben, Klebefilm- und Abklatschproben gemäß dem „Schimmelpilz-Leitfaden“ des Umweltbundeamtes zur Vorbeugung, Untersuchung, Bewertung und Sanierung von Schimmelpilzwachstum in Innenräumen

Probenahme

  • Material- und/oder Staubproben
  • Klebefilm- und Abklatschproben
  • Luftkeimmessung der Raumluft
    (auf verschiedenen Nährböden)
  • Partikelmessung der Raumluft
  • MVOC-Messung zur Feststellung von verdeckten, Schimmelpilzschäden (auf Aktivkohle oder Tenax als Adsorbens)

Analysenmethode

Makroskopisch, Mikroskopisch nach Züchtung auf verschiedenen Nährmedien, Identifikation von Schimmelpilzgattungen und –Arten, Quantifizierung der koloniebildenden Einheiten (KBE)

Handlungs-
empfehlungen

Minimierungsgebot, Schimmelpilzbefall in Innenräumen sollte vermieden werden

Vorläufige Maßnahmen bis zur Sanierung:

  • Reinigung und Desinfektion mit 80% Alkohol
  • befallene Stellen luftdicht mit PE-Folie abkleben
  • gezieltes Lüften und Heizen

Sanierungs-
möglichkeiten

  • genaue Untersuchung der Ursache des Schimmelbefalls und Beseitigung dieser
  • Entfernen der Schimmelpilz befallenen Flächen
  • Reinigung und Desinfektion der Flächen und Umgebung
  • Luftreinigung von Schimmelpilzbestandteilen

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